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Was ist Tribal?
Tanzen im Tribal Style ist "eine Feier des weiblichen Geistes und ein körperlicher Ausdruck der Stärke
und der Schönheit der Frauen" (Carolena Nereccio von FCBD).
Die Wurzeln des Tribal Style Dance reichen zurück bis zu den Ritualen der alten matriarchalen Kulturen,
aber auch zu den Tänzen der Zigeuner, die indischen, zentralasiatischen, nordafrikanischen und spanischen
Einflüssen unterworfen waren.
Tribal-Style unterscheidet sich wesentlich von anderen Stilrichtungen des orientalischen Tanzes, geht
mittlerweile sogar teilweise darüber hinaus. Bewegungen und Schrittkombinationen entstanden völlig neu
und unterliegen einem strengen Reglement, das es einer beliebigen Anzahl von Frauen ermöglicht, völlig
frei und ohne Choreographie miteinander zu tanzen. Unerläßlich hierbei sind die - für den Zuschauer meist
nicht wahrnehmbaren - Zeichen der führenden Tänzerin, mit denen sie die gesamte Gruppe, den "Tribe"
(= engl. für "Stamm") dirigiert. Da die Rolle der führenden Tänzerin innerhalb eines Tanzes häufig wechseln
kann,ist von jeder einzelnen Stammesschwester in jedem Moment höchste Aufmerksamkeit gefordert. So entsteht
ein phantasievoller, folkloristisch wirkender Tanz. Je länger ein Stamm zusammen tanzt umso mehr fließen
eigene Ideen in die Tanzschritte ein, so dass ein Stamm schließlich zusätzlich zu den "offiziellen" Figuren
ein eigenes Repertoire an Schrittfolgen und geheimen Kommandos entwickelt und so seine Einzigartigkeit zum
Ausdruck bringt.
Der wahre „Geist des Tribal“ besteht in der Kraft und Stärke der Gruppe. Es gibt keine Diva und keine Solistin,
die Gruppe sind alle und alle sind die Gruppe. Zwischen den Stammesschwestern entsteht im Laufe der Zeit ein
Wir-Gefühl, eben das echte „tribal-feeling“.
Entstehungsgeschichte des Tribal Style Dance
Bereits Ende der 60er Jahre wurde in den USA auf Mittelalterfesten mit viel Begeisterung "orientalisch"
getanzt, d.h. Frauen zeigten folkloristische Tänze verschiedener Regionen, teilweise gepaart mit Showeffekten
wie z.B. Schlangentanz. Jamila Salimpour und Marsha Archer waren dann diejenigen, die den Tanz in eine
bestimmte einheitliche Form brachten und es entstand schließlich ein ganz eigener Tanzstil. Bis Mitte der
90er war dieser lediglich in Kalifornien verbreitet. Gruppen wie Fat Chance Belly Dance (FCBD) und Gypsy
Caravan verdanken wir es, dass der Tribal Style nicht nur in den gesamten USA sondern auch bei uns bekannt
wurde. Ende der 90er Jahre erfaßte das Tribalfieber auch vermehrt deutsche Frauen. Mittlerweile haben sich
überall tanzbegeisterte Frauen zu einem Stamm zusammengefunden, genießen das gemeinsame Tanzen und entwickeln
dank ihrer grenzenlosen Kreativität und Begeisterung den Tribal Style Dance beständig weiter. Es entstehen neue
Stilrichtungen wie z.B. Tribal Fusion, Gothic Tribal oder eben...
...Gypsy Tribal von Benat Kom Ombo!
Kostüme im Tribal Style Dance
Auch die Kostüme sind individuell auf den jeweiligen Stamm zugeschnitten. Die "Grundausstattung" besteht
aus einem weitschwingenden langen Rock mit üppiger Pumphose darunter, dazu ein Choli (=kurzes Oberteil, oft
reich verziert, meist im Rücken offen) und ein Turban mit reicher Schmuckzier. Das Erscheinungsbild der
Tänzerinnen ist dadurch auf den ersten Blick sehr einheitlich, doch bei näherem Hinsehen entdeckt der
aufmerksame Beobachter, dass jedes einzelne Kostüm für sich betrachtet ein kleines Kunstwerk ist, das
sich ständig verändert. Ein Tribalkostüm ist niemals fertig ...
Allen Kostümen gemeinsam sind bestimmte folkloristische Elemente wie z.B. üppiger Nomadenschmuck
(Afghanistan, Marokko), Spiegelgürtel und Choli (Indien), Fransentuch und Rose (Flamenco).
Doch auch im Tribal bleibt die Zeit nicht stehen: die anfangs eher düsteren Farben der Kostüme wurden
von fröhlich bunten ergänzt oder sogar abgelöst, statt weiter Röcke trägt man Hosen mit Schlag, manche
Gruppen verzichten auf den Truban und tragen stattdessen Kopftücher, phantasievoll aufgetürmte Frisuren oder
üppigen Haarschmuck ...
... der Kreativität und Phantasie sind auch hier keine Grenzen gesetzt.
Als Accessoires dienen Säbel, Schleier, Stöcke, Tabletts mit Kerzen und - nicht zu vergessen - das
wichtigste "Instrument" einer jeden Tribaltänzerin: die Zimbeln.
Musik im Tribal Style Dance
Es muss nicht immer orientalisch sein...
... für Tribal eignet sich auch mittelalterliche Musik (z.B. von Corvus Corax) oder Musik aus Afrika
(Trommel) oder Australien (Digeridoo). Klassisch ist eine einfache Instrumentierung ohne elektronische
Verstärkung.
Der Bogen spannt sich dabei von langsam-mystischen Stücken über kraftvoll-erdigen Sound bis zu
schwungvoll-fröhlicher Musik, die zum Mitmachen geradezu auffordert.
Doch auch hier geht man mittlerweile neue Wege und sogar Bollywood hat inzwischen seinen Platz in dem
einen oder anderen Stamm gefunden.
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